Kapitel 3   Installation

Ein Rückblick auf die verschiedenen Versionen von Windows NT zeigt, dass bei jeder Version erwähnt wurde, wie einfach die Installationsprozedur ist. Windows 2000 wird erwartungsgemäß dieselben begeisterten Besprechungen erhalten, weil die Installationsprozedur sogar noch weiter verbessert wurde. Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Installation ist jedoch noch immer die Berücksichtigung der Hardwarekompatibilitätsliste.

Dieses Kapitel beschreibt die verschiedenen Aspekte der Installation:

3.1 Systemanforderungen

Windows 2000 leistet mehr als Windows NT 4.0. Deshalb ist es ganz natürlich, dass die Hardwareanforderungen höher sind. Hier sind die minimalen Systemanforderungen von Windows 2000 für Intel-Systeme:

Falls nichts Anderes angegeben ist, handelt es sich bei den Angaben um Mindestanforderungen.

3.2 Die Hardwarekompatibilitätsliste

Der wahrscheinlich wichtigste Teil der Dokumentation zu Windows 2000 ist die Hardwarekompatibilitätsliste (HCL). In dieser Liste ist die gesamte Hardware aufgeführt, die von Windows 2000 unterstützt wird. Berücksichtigt werden Prozessoren, Netzwerkkarten, Festplattencontroller, Drucker und andere Geräte. Auf diese Geräteliste können Sie online unter der URL http://www.microsoft.com/hwtest/hcl/ zugreifen.

Microsoft hat die unangenehme Angewohnheit, URLs zu veröffentlichen und dann den Inhalt an einer anderen Stelle abzulegen. Ungefähr die Hälfte der URLs in den Hilfedateien von SQL Server 7.0 funktionieren nicht, weil Microsoft das URL-Schema geändert hat. Wenn die Artikel, nach denen Sie suchen, nicht angezeigt werden, sollten Sie es einmal mit der Suchfunktion von Microsofts Website versuchen.

Die Hardwarekompatibilitätsliste repräsentiert eine Liste von Hardware, deren korrekte Funktionsweise unter Windows 2000 von Microsoft überprüft wurde. Normalerweise stellen die Hardwarehersteller Microsoft die Windows-Treiber zur Verfügung. Microsoft prüft diese und aktualisiert die Hardwarekompatibilitätsliste. Da die Aufnahme in die Hardwarekompatibilitätsliste für die Hersteller kostenpflichtig ist, verzichten einige Hersteller darauf und liefern einige ihre Treiber direkt mit der Hardware aus. Dies birgt für den Benutzer ein gewisses Risiko, da der Microsoft-Support leicht sagen kann, dass das Problem durch den fehlerhaften Treiber verursacht wird und nicht an Windows 2000 liegt. Um diese Art von Problemen zu vermeiden, sollten Sie nach Möglichkeit nur Hardware verwenden, die in der Hardwarekompatibilitätsliste enthalten ist.

3.3 Überblick über den Installationsprozess

Der Installationsprozess muss eine ganze Reihe von Abläufen gewährleisten. Er muss sicherstellen, dass die Systemdateien von Windows 2000 in die Systempartition kopiert werden. Dann muss er Windows 2000 so konfigurieren, dass es mit der Hardware des Systems zusammenarbeitet. Als Nächstes muss die Installation Windows 2000 für die Arbeit im Netzwerk konfigurieren (was wäre ein Server, der nicht in ein Netzwerk integriert ist). Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über den Installationsprozess.

Als erstes muss das System Windows 2000 starten. Dies geschieht entweder über eine bootfähige Windows 2000-CD-ROM oder indem das Programm Winnt32.exe unter Windows NT oder Windows 9x oder das Programm Winnt.exe von einer Befehlszeile (DOS, Windows 3.x) aus ausgeführt wird. In allen Fällen richtet das Programm die Festplatte ein, um Windows 2000 zu starten (booten).

Wenn Sie die Windows 2000-Installation mit dem Programm Winnt32.exe oder Winnt.exe ausführen, können Sie den Installationsprozess mit Befehlszeilenoptionen beeinflussen. Hier sind die Befehlszeilenoptionen für das Programm Winnt.exe:

Das Programm Winnt.exe wurde für die Ausführung von einer Befehlszeile oder von MS-DOS entwickelt und ist deshalb mit anderen Optionen ausgestattet als das Programm Winnt32.exe, das von einer Eingabeaufforderung unter Windows 95, Windows 98, Windows NT oder Windows 2000 aus ausgeführt wird. Das Programm Winnt32.exe verfügt über folgende Befehlszeilenoptionen:

Wenn Windows 2000 startet, wird geprüft, ob es sich um ein Update oder eine Neuinstallation handelt. Bei einer Neuinstallation werden Sie durch die Erstellung von Festplattenpartitionen und die Formatierung von mindestens einer Systempartition geführt, die Windows 2000 nutzen kann. Bei Updates muss das System die vorhandene Systempartition nutzen.

Die Windows 2000-Installation beginnt dann, die Dateien auf die Systempartition zu kopieren, und startet anschließend das System neu.

Wenn das System wieder bootet, wird Windows 2000 in einem Grafikmodus gestartet und Sie müssen zahlreiche Fragen beantworten, damit Windows 2000 korrekt konfiguriert werden kann. Dabei geht es um die Lizenzierung, die Pfade für die Installation usw. In dieser Phase führt Windows 2000 eine Installation der Geräte durch, die bis zu 15 Minuten dauern kann.

Nach der Installation und der Konfiguration der Geräte stellt Windows 2000 Ihnen weitere Fragen, um das Netzwerk einrichten zu können. Es gibt keine Fragen zur Aufnahme in eine Domain oder zur Art des Domänencontrollers, da alle Windows 2000-Server als eigenständige Server installiert werden. Erst im Anschluss an die Installation können Sie einen Server zum Domänencontroller machen. Dies stellt eine gewaltige Verbesserung gegenüber Windows NT dar, wo die Entscheidung einmal getroffen wird, und sich ein Wechsel vom eigenständigen Server zum Domänencontroller nur über eine Neuinstallation des Systems durchführen lässt.

Nach der Installation kann bei Bedarf die Mitgliedschaft in einer Domäne konfiguriert werden und das System gestattet die Installation und Konfiguration anderer Dienste.

Nun haben Sie einen Überblick über das, was Sie im nächsten Abschnitt erwartet. Es folgt nun eine ausführliche Beschreibung des gesamten Installationsprozesses.

3.4 Der Installationsprozess im Detail

Der Installationsprozess besteht aus dem Booten von Windows 2000, der Konfiguration von Windows 2000 sowie der Konfiguration des Netzwerkzugriffs.

3.4.1 Windows 2000 starten

Windows 2000 lässt sich von CD-ROM oder von der Festplatte aus installieren. Bei CD-ROM-Installationen braucht nur die CD-ROM in das Laufwerk eingelegt und ein Neustart des Systems durchgeführt zu werden. Die CD-ROM startet Windows 2000 und der Installationsprozess beginnt.

Bei der Installation von der Festplatte aus muss unter Windows 9x oder Windows NT das Programm Winnt32.exe oder unter MS-DOS oder Windows 3.x (an der Befehlszeile) das Programm Winnt.exe ausgeführt werden. Dabei wird eine Kopie der Dateien auf dem System erstellt, die normalerweise von CD-ROM gestartet werden. Anschließend erfolgt ein Systemneustart und die Installation beginnt am selben Punkt wie bei der Installation von CD-ROM. Bei der Installation von der Festplatte müssen Sie beachten, dass eine Systempartition existieren muss, bevor Windows 2000 installiert werden kann. Das Programm Winnt kopiert alle Dateien auf die Festplatte und diese Dateien können während der Installation nicht entfernt werden. Deshalb kann das System die Festplatten bei einer Installation von der Festplatte während der Installation nicht neu partitionieren.

Der Bootprozess von Windows 2000 muss herausfinden, von welcher Art von Datenträger aus die Installation durchgeführt werden kann. Im Wesentlichen müssen alle IDE- und SCSI-Adapter im System gefunden werden. Wenn der Adapter verfügbar war, als Windows 2000 ausgeliefert wurde, gibt es kein Problem. Der Adapter wird gefunden und die Installation beginnt. Ansonsten benötigen Sie eventuell eine Diskette vom Hardwarehersteller, um die Adaptertreiber während des Ladevorgangs zu laden. Am Anfang des Bootprozesses gibt es eine Stelle, an der Sie aufgefordert werden, die Taste (F6) zu drücken, um einen Adapter eines Drittanbieters zu installieren. Wenn der Adapter nicht vom Windows 2000-Installationsmedium aus installiert werden kann, muss diese Option verwendet werden, um die Treiber einzurichten, die zur Fertigstellung des Bootprozesses benötigt werden.

Wenn Windows 2000 nicht starten kann, bricht die Installation mit einer INACCESSIBLE_BOOT_DEVICE-Meldung ab. Die Meldung sollte nur auftreten, wenn der Adapter für den Datenträger nicht verfügbar ist oder wenn ein Eingriff vom Benutzer erfolgte, durch den die Installationspartition nicht mehr nutzbar war.

Den ersten Bildschirm im Installationsprozess, bei dem Sie etwas eingeben müssen, sehen Sie in Abbildung 3.1. Er bietet drei Optionen an. Die erste Option ist die Installation von Windows 2000, die Sie sehr wahrscheinlich nutzen wollen. Drücken Sie dazu die (Enter)-Taste. Die zweite Option dient dazu, eine beschädigte Installation zu reparieren. Diese Installationsart wird über die (R)-Taste gestartet. Sie wird im Abschnitt über die Notfalldiskette ausführlicher beschrieben. Die letzte Option dient dazu, die Installation abzubrechen. Drücken Sie dazu die (F3)-Taste.

Abbildung 3.1:  Dies ist der erste Bild schirm der Windows 2000-Installation, bei dem Sie eine Entscheidung treffen müssen. Drücken Sie die (Enter)-Taste, um fortzufahren.

Das Setup-Programm prüft dann, welche Datenträger für die Installation von Windows 2000 verfügbar sind. Zuerst wird festgestellt, ob überhaupt formatierte Partitionen verfügbar sind. Sind keine formatierten Partitionen vorhanden, werden Sie aufgefordert, dies zu bestätigen. Sind Datenträger verfügbar, prüft das Setup-Programm, ob es eine Systempartition gibt und ob auf dieser ein Betriebssystem installiert ist. Sie können wählen, ob Sie die Installation durchführen oder eine neue Partition für die Installation wählen möchten. Als Nächstes ermittelt das Setup-Programm, ob ein Update vom bestehenden Betriebssystem möglich ist. Sie werden gefragt, ob die bestehende Installation gelöscht und eine neue Installation durchgeführt werden oder ob die Installation in einem anderen Ordner erfolgen soll.

Als Nächstes wird Ihnen die Lizenzvereinbarung präsentiert, die Sie sich sorgfältig durchlesen sollten. Drücken Sie dann die (Bild¼)-Taste, um ans Ende der Lizenzvereinbarung zu gelangen, und drücken Sie die (F8)-Taste, um die Lizenzvereinbarung zu akzeptieren.

Bei einer Neuinstallation kommt noch ein Schritt hinzu, bei dem die Festplattenpartition eingerichtet wird, auf der Windows 2000 installiert werden soll (siehe Abbildung 3.2). In diesem Bildschirm erzeugen Sie über die (E)-Taste eine neue Partition. Um eine Partition zu löschen, markieren Sie diese und drücken dann die (L)-Taste.

Abbildung 3.2:  Das Setup-Programm muss wissen, wo das Betriebssystem installiert werden soll. Hier gibt es nur eine Festplatte. Drücken Sie die (E)-Taste, um eine Partition zu erstellen.

Layout der Festplattenpartitionen für die Installation
Es gibt Kontroversen darüber, welche Dateisysteme und Festplattenlayouts für die Installation von Windows 2000 am besten geeignet sind. Diese Meinungsverschiedenheiten rühren hauptsächlich daher, dass es nicht möglich ist, ein Betriebssystem zu booten, das auf Partitionen zugreifen kann, die mit dem Dateisystem NTFS formatiert sind. Es gibt sowohl Befürworter des NTFS- als auch des FAT-Dateisystems. Wenn Sie nicht wissen, was NTFS und FAT ist, sollten Sie den Abschnitt zu Dateisystemen in Kapitel 4 lesen.
Für das FAT-Dateisystem spricht, dass es zahlreiche Dienstprogramme für die Diagnose und Reparatur von FAT-Partitionen gibt, nicht aber für NTFS. Außerdem ist es ganz nützlich, von Diskette aus booten und Dateien ersetzen zu können, die benutzt werden, da einige Dateien nicht überschrieben werden können, wenn Windows 2000 ausgeführt wird. Da auf die Systempartition selten geschrieben wird, besteht kein großer Bedarf für den zusätzlichen Overhead der Protokollierung der Transaktionen, die beim Dateisystem NTFS erfolgt. Das Dateisystem FAT erhöht eigentlich die Performance.
Die Befürworter von NTFS stellen die Tatsache in den Vordergrund, dass die Bootpartition durch die NTFS-Dateiberechtigungen geschützt werden kann. Außerdem sagen sie, dass es ein wichtiges Sicherheitsmerkmal ist, dass NTFS während eines Bootvorgangs von Diskette nicht erreichbar ist, da dies den Fall ausschließt, dass Leute zum Server gehen, von Diskette booten und mit den ganzen Informationen wieder weggehen.
Allgemein wurde dieses Dilemma bisher dadurch gelöst, dass FAT bei Bootpartitionen auf Servern verwendet wurde, die physisch sicher sind, d.h., dass nur vertrauenswürdige Personen die Möglichkeit haben, von einer Diskette zu booten. NTFS sollte auf Servern verwendet werden, die zusätzlich gesichert werden müssen. Eine weitere Lösung für dieses Problem besteht darin, immer das NTFS-Dateisystem zu nutzen und zusätzlich die Wiederherstellungskonsole zu installieren, die später in diesem Kapitel beschrieben wird. Active Directory-Dienste lassen sich nur auf NTFS-Partitionen installieren. Die Frage ist also bei Servern, die Domänencontroller für ein Windows 2000 Active Directory sind, überflüssig.

Nachdem Sie die Systempartition ausgewählt haben, bereitet Windows 2000 das System auf die nächste Phase der Installation vor. Normalerweise muss bei einem Update die alte Version des Betriebssystems gelöscht werden. Dann können die neuen Systemdateien in das Windows 2000-Verzeichnis installiert werden (standardmäßig das Verzeichnis C:\Winnt). Während die Dateien kopiert werden, ist der in Abbildung 3.3 gezeigte Bildschirm sichtbar. Nach dem Kopiervorgang wird das System neu gebootet und die Konfigurationsphase beginnt.

Abbildung 3.3:  Der Kopiervorgang-Bild schirm erscheint, wenn das System die zur Ausführung von Windows 2000 benötigten Dateien auf die Festplatte kopiert.

3.4.2 Update-Informationen

Bei einer Update-Installation von Windows 2000 entfernt das System den größten Teil der Windows NT-Installation - zumindest, was die Systemdateien betrifft - und ersetzt die Systemdateien dann im Rahmen der Windows 2000-Installation. Die Benutzer- und Systemeinstellungen sowie die Registrierung der Anwendungen werden übernommen. Deshalb müssen die Anwendungen nach einem Update nicht neu installiert werden.

Die Treiber und Treiberkonfigurationen werden bei einem Update nicht übernommen. Wenn unter Windows NT 4.0 eine bestimmte Soundkarte installiert wurde und Windows 2000 diese nicht unterstützt, wird sie unter Windows 2000 nicht funktionieren, da Windows 2000 keine Treiber von Windows NT 4.0 nutzen kann. Dasselbe gilt für Updates von Windows 98.

Außerdem ändert sich die Lage einiger Dateien bei der Neuinstallation von Windows 2000 und bei Updates. Bei Windows NT 4.0 wurden Benutzerprofile im Verzeichnis x:\Winnt\Profiles gespeichert. Diese Informationen werden nun im Verzeichnis x:\Dokumente und Einstellungen abgelegt. Beim Update verschiebt Windows 2000 die Dateien jedoch nicht, sondern benutzt weiterhin das Verzeichnis x:\Winnt\Profiles.

3.4.3 Windows 2000 konfigurieren

Nachdem der Kopiervorgang im Textmodus beendet ist, wird das System neu gebootet und die Konfigurationsphase des Setups beginnt. Das System bootet, wie in Abbildung 3.4 gezeigt, in Windows 2000. Dann wird der Windows 2000-Setup-Assistent gestartet und die Phase der Systemkonfiguration beginnt.

Abbildung 3.4:  Windows 2000 bootet das erste Mal im GUI-Modus

Nun beginnt Windows 2000 nach Geräten zu suchen. Wenn alle Geräte des Systems in der Windows 2000-Hardwarekompatibilitätsliste enthalten sind, gibt es keinen Grund zur Sorge. Die Hardware wird erkannt und die Hardwaretreiber werden konfiguriert. Dieser Prozess dauert eine gewisse Zeit (15 Minuten bis zu einer halben Stunde). Der Bildschirm flackert mehrmals auf, wenn das System versucht herauszufinden, welche Grafikkarte und welcher Monitor benutzt werden. Das System stoppt einige Male, wenn die seriellen Anschlüsse abgefragt werden, die lange Timeout-Intervalle haben. Besorgen Sie sich eine Tasse Kaffee, lehnen Sie sich zurück, entspannen Sie sich und betrachten Sie eine Weile die hübsch blinkenden Lichter.

Wenn das System unerklärlich lange ohne Festplattenaktivität hängt, die Maus sich nicht bewegen lässt und die Tastatur nicht reagiert, sollten Sie mindestens 15 Minuten warten, bevor Sie weitere Schritte unternehmen. Bei manchen Geräten dauert es sehr lange, bis diese erkannt und konfiguriert werden. Wenn es sich um eine Installation auf einem Laptop handelt, sollten Sie sicherstellen, dass das Diskettenlaufwerk korrekt angeschlossen ist, weil das System möglicherweise auf eine Reaktion vom Diskettenlaufwerk wartet, bevor es die Installation fortsetzt.

Als Nächstes folgen Fragen zum Gebietsschema. Standardmäßig ist Deutschland ausgewählt. Wollen Sie diese Einstellung verändern oder zusätzliche Gebiete und Sprachen auswählen, klicken Sie auf die Schaltfläche Anpassen (siehe Abbildung 3.5).

Abbildung 3.5:  Hier können Sie das Gebietsschema ändern, um z.B. mehrere Spracheinstellungen zu nutzen

Im nächsten Bildschirm werden Ihre Benutzerinformationen abgefragt. Sie müssen hier den Namen und die Organisation angeben, für die die Software registriert werden soll. Dann erfolgt die Wahl des Lizenzierungsmodus. Einzelheiten hierzu finden Sie im Abschnitt »Lizenzierungsmodelle« weiter unten in diesem Kapitel. Wenn Sie nicht sicher sind, welchen Lizenzierungsmodus Sie wählen sollen, übernehmen Sie die Standardeinstellung Pro Server, da ein späterer Wechsel zum Lizenzierungsmodus Pro Arbeitsplatz möglich ist.

Als Nächstes müssen der Computername, das Administratorkennwort und die Kennwortbestätigung eingegeben werden (siehe Abbildung 3.6). Als Computername ist eine Kombination des Besitzernamens und einer Zufallszahl vorgegeben. Dadurch soll gewährleistet werden, dass alle Computer in einem Netzwerk eindeutige Namen tragen. Wählen Sie bei Bedarf einen anderen aussagekräftigen und eindeutigen Namen. Das Administratorkennwort ist das Kennwort für das lokale Konto des Administrators.

Abbildung 3.6:  In dieses Dialogfeld müssen Sie einen eindeutigen Computernamen und ein Administratorkennwort eingeben

Zum Schluss gibt es noch einige optionale Komponenten. Diese sind in folgende Kategorien aufgeteilt:

Clusterdienste. Nur in der Version Advanced Server verfügbar. Diese Option installiert alle Programme, die benötigt werden, um das Windows 2000-Clustering zu ermöglichen.

Indexdienst. Dieser Dienst kann die Lage aller Dateien und Dateieigenschaften auf einem Server speichern, um die Suche nach Dateien zu beschleunigen.

Internet-Informationsdienste (IIS). Gestattet Windows 2000, Internetdienste auf der Basis der installierten Unterkomponenten anzubieten.

Message Queuing-Dienst. Die Microsoft Message Queue (MMQ) steht nur unter Windows 2000 Advanced Server zur Verfügung. Ein sehr zuverlässiger Nachrichtenübermittlungsdienst für die Kommunikation im Netzwerk.

Netzwerkdienste. Die Dateien und Systeme, die für den Netzwerkzugriff erforderlich sind.

Remoteinstallationsdienste. Erlaubt die Installation von Windows 2000 Professional auf Computern, die remotestartfähig sind.

Remotespeicher. Dienst dazu, selten benutzte Dateien auf Magnetband oder ein anderes wiederverwendbares Medium zu speichern. Mehr hierzu erfahren Sie in Kapitel 4.

Script Debugger. Skriptprogramme, die mit VBScript oder JScript erstellt wurden, lassen sich debuggen.

Terminaldienste und Terminaldienstelizenzierung. Die Terminaldienste werden später in diesem Buch beschrieben. Sie stehen nur in der Advanced Server-Installation zur Verfügung.

Verwaltungs- und Überwachungsprogramme. Dies sind Programme zu Verwaltung von Windows 2000 und zur Überwachung der Netzwerkschnittstelle auf einem Windows 2000-Server.

Weitere Datei- und Druckdienste für das Netzwerk. Enthält Komponenten wie Datei- und Druckdienste für Macintosh und Druckdienste für Unix.

Windows Media-Dienste: Multimediainhalte lassen sich Netzwerkbenutzern verfügbar machen.

Zertifikatsdienste. Diese beiden Komponenten, der Webregistrierungssupport für Zertifikatsdienste und die Zertifizierungsstelle für Zertifikatsdienste, dienen dazu, Zertifikate für Sicherheitsanwendungen zu erstellen, die öffentliche Schlüssel verwenden.

Zubehör und Dienstprogramme. Diese Kategorie enthält die meisten Dienstprogramme von Windows 2000.

Wie Sie sehen, gibt es zahlreiche verschiedene Komponenten. Wurden Komponenten während des Setups nicht installiert, lassen sie sich nachträglich über die Systemsteuerung hinzufügen. Klicken Sie dazu in der Systemsteuerung doppelt auf Software, aktivieren Sie die Registerkarte Windows Setup und klicken Sie auf Hinzufügen. Bei einem Server ist außer WordPad und dem Rechner das meiste Zubehör deaktiviert. Andere Dienste werden nur bei Bedarf installiert und können sogar Probleme verursachen, wenn sie ohne Bedarf installiert werden (beispielsweise DHCP).

3.4.4 Die Konfiguration der Netzwerkeinstellungen

Der nächste Schritt im Installationsprozess ist die Konfiguration der Netzwerkeinstellungen. Die neuen Standardeinstellungen für Windows 2000 sind das TCP/IP-Transportprotokoll, die Datei- und Druckerfreigabe für Microsoft-Netzwerke und Clients für Microsoft-Netzwerke. TCP/IP wird standardmäßig über DHCP konfiguriert. Wenn sich diese Einstellungen für Ihre Umgebung eignen, können Sie die Option Standardeinstellungen wählen. Ansonsten wählen Sie die Option Benutzerdefinierte Einstellungen.

Die Konfiguration über Benutzerdefinierte Einstellungen beginnt zunächst mit der Installation der üblichen Einstellungen. Es können außerdem Komponenten hinzugefügt und entfernt werden und es lassen sich Eigenschaften von Komponenten verändern (siehe Abbildung 3.7).

Abbildung 3.7:  Hier werden die Netzwerkeinstellungen bei der Installation festgelegt. Klicken Sie auf die Schaltfläche Installieren, um Komponenten hinzuzufügen.

Um Komponenten hinzuzufügen, klicken Sie auf die Schaltfläche Installieren. Es öffnet sich eine Liste mit den drei Komponententypen Client, Dienst und Protokoll. Ein Client ist eine Komponente, die einem angemeldeten Benutzer den Zugriff auf einen anderen Computer ermöglicht. Ein Dienst ist eine Ressource, die auf dem lokalen Computer installiert wird und auf die andere Computer über das Netzwerk zugreifen können. Ein Protokoll legt fest, wie der Zugriff auf den Computer erfolgt und wie die Clients des Computers mit den anderen Diensten des Computers kommunizieren. Ein Beispiel für einen Client ist der Client für Microsoft-Netzwerke, der anderen Computern gestattet, den lokalen Computer als Dateiserver zu benutzen. Ein Beispiel für ein Protokoll ist TCP/IP, das Servern die Kommunikation mit Clients erlaubt.

Klicken Sie auf die Art von Komponente, die Sie hinzufügen möchten, und klicken Sie dann auf die Hinzufügen-Schaltfläche. Wählen Sie anschließend in der Liste die gewünschte Komponente aus und klicken Sie auf OK. Einige Komponenten setzen andere Komponenten voraus (z.B. benötigt der Clientdienst für NetWare das NWLink-Protokoll). Das Setup-Programm installiert alle abhängigen Komponenten, damit die ausgewählte Komponente funktioniert.

Um eine bestehende Komponente zu konfigurieren, wählen Sie die Komponente in der Liste aus und klicken auf die Schaltfläche Eigenschaften. Die Komponente TCP/IP kann entweder automatisch über DHCP oder manuell konfiguriert werden. Beim Setup von TCP/IP müssen drei Werte eingestellt werden: die IP-Adresse, die Subnetzmaske und das Standard-Gateway. Die IP-Adresse muss innerhalb des Netzwerks eindeutig und nummerisch sein. Ein Beispiel für eine IP-Adresse ist 10.1.1.3. Die Subnetzmaske identifiziert, welcher Teil der IP-Adresse das Netzwerk identifiziert und welcher den speziellen Computer. Eine Subnetzmaske von 255.0.0.0 bedeutet, dass der erste Teil der Adresse zur Identifikation des Netzwerks dient und der Rest zur Identifikation des individuellen Computers. Innerhalb eines Netzwerks müssen alle Subnetzmasken identisch sein. Weitere Informationen zu Subnetzmasken finden Sie in Kapitel 8. Das Standard-Gateway ist eine IP-Adresse eines Geräts im lokalen Subnet, das weiß, wie der Übergang zu anderen Subnets erfolgen kann. Dies ist die IP-Adresse des lokalen Routers.

Dies wirkt nun alles ziemlich kompliziert und ist eigentlich auch ein Verwaltungsalptraum. Deshalb hat Microsoft einen Standard namens DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol) implementiert, der Computern gestattet, ihre Netzwerkinformationen von einem Server im Netzwerk zu beziehen, der dafür konfiguriert ist, diese Informationen bereitzustellen. Wählen Sie IP-Adresse automatisch beziehen, muss das System DHCP zur Konfiguration des Netzwerks verwenden.

Im Netzwerk gibt es außerdem wahrscheinlich mindestens einen DNS-Server. Ein DNS-Server wandelt IP-Adressen (wie 10.1.1.3) in verständliche Namen um. Die DNS-Serveradresse kann manuell eingegeben oder über DHCP bezogen werden.

Zu diesem Zeitpunkt können auch andere TCP/IP-bezogene Dienste installiert werden. Weitere Informationen über diese Dienste und ihre Installation erhalten Sie in Kapitel 8.

Während der Installation sollten Sie nur ein Minimum an Netzwerkprotokollen und Diensten installieren, um dafür zu sorgen, dass der Server online ist und mit anderen Servern im Netzwerk kommunizieren kann. Dadurch reduziert sich die Anzahl der Faktoren, die Sie prüfen müssen, wenn ein Problem bei der Installation auftritt. Je einfacher die Problembehandlung ist, desto besser. Protokolle und Dienste lassen sich immer nachträglich hinzufügen. In Kapitel 15 erfahren Sie mehr über die Installation von Protokollen.

Während des Setups werden auch andere Protokolle zur Installation angeboten. Das AppleTalk-Protokoll dient zur Kommunikation mit Apple-Computern inklusive des Macintosh. Das DLC-Protokoll wird normalerweise benutzt, um eine Verbindung zu alten Druckservern herzustellen, wie z.B. ältere Versionen von HP JetDirect. Das Protokoll NetBEUI ist ein altes Protokoll, das (hoffentlich) als primäres LAN Manager-Protokoll ausstirbt. Das Network Monitor Driver-Protokoll nutzt der Microsoft Netzwerkmonitor, um den Versand der Datenpakete im Netzwerk zu beobachten.

Das NWLink-Protokoll ist Microsofts Implementierung von IPX/SPX. Das NetBIOS-API ist ebenfalls vorhanden. Dieses Protokoll dient zur Kommunikation mit Novell NetWare-Servern. Diese ganzen Protokolle werden in Kapitel 15 ausführlicher besprochen.

Standardmäßig installiert das System das TCP/IP-Protokoll. Anschließend wird der Dienst Datei- und Druckerfreigabe für Microsoft-Netzwerke hinzugefügt. Und der Client für Microsoft-Netzwerke bietet Zugriff auf andere Windows 2000- und Windows NT-Server, die im Netzwerk verfügbar sind.

Außerdem können optionale Dienste und Clientsoftware sowie zwei zusätzliche Dienste installiert werden. Der erste ist der QoS Packet Scheduler, der mit Routern zusammenarbeitet, um Quality of Services-Informationen zu übermitteln. Der SAP-Agent ist ein weiterer Dienst, der ebenfalls gemeinsam mit Novell NetWare eingesetzt wird und für die Kommunikation von Serverinformation nützlich ist.

Wenn alle Netzwerkinformationen ausgewählt sind, klicken Sie auf Weiter. Das System fordert Sie dann auf, die Rolle dieses Computers im Netzwerk anzugeben. Ein Server kann der einzige Server im Netzwerk oder Bestandteil einer Domäne sein. Wenn der Server nicht in ein Netzwerk integriert ist oder wenn es keine Domäne gibt, wählen Sie die Option Nein, ansonsten Ja. Geben Sie auf jeden Fall den Namen der Arbeitsgruppe oder Domäne in das Textfeld ein.

Wenn die Netzwerkkonfiguration beendet ist, richtet Windows 2000 den Rest des Betriebssystems ein. Dabei werden hauptsächlich Komponenten bei der Registrierung angemeldet und temporäre Dateien entfernt. Wenn die Systempartition mit NTFS formatiert wurde, richtet das Installationsprogramm die Berechtigungen für die Systemdateien so ein, dass Administratoren auf das, was sie benötigen, Zugriff haben, während die Systemdateien gesichert werden.

3.4.5 Lizenzierungsmodelle

Microsoft muss für die Software natürlich auch eine Bezahlung erhalten und dies geschieht, indem die Anzahl der Benutzer eines Servers aufgezeichnet werden. Die Lizenzierung ist ein sehr komplexes Thema und es geht dabei nicht nur um den juristischen Inhalt der Lizenz, sondern auch darum, für welches Lizenzierungsmodell sich eine Organisation entscheiden sollte. Um die Dinge noch verwirrender zu gestalten, hat Microsoft angekündigt, die Lizenzierung einfacher zu machen. Dies entspricht allerdings den Versprechungen der Regierung, die Steuergesetzgebung zu vereinfachen: Die Formulare werden immer länger und die meisten Leute zahlen am Ende mehr.

Bei Windows 2000 Server gibt es zwei Lizenzierungsmodelle. Die Serverlizenz ist eine Lizenz, bei der Windows 2000 Server auf einem Computer installiert werden kann. Eine Clientlizenz ermöglicht den Zugriff auf einen Windows 2000-Server von einem Computer im Netzwerk aus.

Bei der Lizenz von Windows 2000 Server handelt es sich um eine Datei- und Drucklizenz. Das heißt, wenn der Server als Datei- oder Druckserver verwendet wird, muss jeder Client, der auf den Server zugreift, eine Clientlizenz besitzen und jeder Server benötigt eine Serverlizenz. Wenn ein SQL Server oder Exchange Server auf dem Windows 2000-Server installiert wird, der Server aber nicht als Datei- oder Druckserver verwendet wird, sind keine Clientlizenzen für Windows 2000 Server erforderlich. Es werden jedoch eine Lizenz für Windows 2000 Server, eine Serverlizenz für SQL Server oder Exchange Server und Clientlizenzen für SQL Server oder Exchange Server benötigt.

Es gibt zwei Arten von Clientlizenzen. Eine Pro-Arbeitsplatz-Lizenz bedeutet, dass jeder Computer eine Lizenz benötigt und auf so viele Server zugreifen kann, wie er möchte. Eine Pro-Server-Lizenz bedeutet, dass jeder Server für die Anzahl der Clients, die gleichzeitig auf ihn zugreifen, Clientlizenzen benötigt. Microsoft schlägt die Verwendung der Pro Arbeitsplatz-Lizenz vor, weil das System sich leichter administrieren lässt und die Flexibilität höher ist, wenn jeder Client auf alle Server zugreifen kann. Die Pro Server-Lizenz ist erheblich komplizierter, weil darauf geachtet werden muss, wie viele Client jeweils mit einem Server verbunden sind. Preislich gibt es zwischen der Pro-Arbeitsplatz- und der Pro-Server-Lizenz keinen Unterschied und es ist möglich, einmalig von einer Pro-Server-Lizenz auf eine Pro-Arbeitsplatz-Lizenz zu wechseln. Dieser Wechsel kann nicht rückgängig gemacht werden. Wird ein Server als »Pro-Arbeitsplatz«-Server eingerichtet, ist kein Wechsel des Lizenzierungsmodells möglich.

In den nächsten Abschnitten wird anhand mehrerer Szenarios der Unterschied zwischen der Pro-Arbeitsplatz- und der Pro-Client-Lizenz erklärt.

3.4.6 Szenario 1: Die Pro-Server-Lizenz

Das Unternehmen XYZ betreibt ein Servicecenter und jeder Angestellte arbeitet an einem eigenen Computer. Das Servicecenter ist mit einem Server ausgestattet und es gibt 60 Mitarbeiter. Es ist jeweils nur ein Drittel der Computer in Benutzung. Das Unternehmen kann dann 10 Pro-Server-Lizenzen für den Server oder 60 Pro-Arbeitsplatz-Lizenzen kaufen.

3.4.7 Szenario 2: Die Pro-Client-Lizenz

Das Unternehmen XYZ erweitert die Rechnerkapazität des Servicecenters durch den Erwerb von drei zusätzlichen Servern, die als Datei- und Druckserver genutzt werden. Das Unternehmen kann nun entweder weitere Pro-Server-Lizenzen erwerben und benötigt dann weitere 60 Lizenzen für die Clients (insgesamt 80 Lizenzen) oder es kann zusätzlich 40 Lizenzen kaufen und dann alle Lizenzen in Pro-Arbeitsplatz-Lizenzen umwandeln. Durch den Umstieg auf die Pro-Arbeitsplatz-Lizenz kann jeder Client auf beliebig viele Server zugreifen. Es ist also ökonomischer, auf die Pro-Arbeitsplatz-Lizenz umzusteigen.

3.4.8 Lizenzen hinzufügen

Die Lizenzen werden über die Lizenzierung verwaltet, die Sie über den Menübefehl Start/Programme/Verwaltung/Lizenzierung öffnen. Bei der Installation müssen Sie sich zwischen der Pro-Server- und der Pro-Arbeitsplatz-Lizenz entscheiden (siehe Abbildung 3.8). Wenn Sie das Pro-Server-Lizenzierungsmodell wählen, müssen Sie die Anzahl der erworbenen Lizenzen über die Lizenzierung einrichten. Wurde das Pro-Arbeitsplatz-Lizenzierungsmodell gewählt, nutzt die Lizenzierung die Lizenzinformationen automatisch gemeinsam mit den anderen Servern in der Domäne. Wird die Anzahl der angemeldeten Lizenzen überschritten, werden die Warnhinweise im Ereignisprotokoll von Windows 2000 aufgezeichnet.

Um Pro-Server-Lizenzen hinzuzufügen, öffnen Sie in der Verwaltung die Lizenzierung, wählen auf der Registerkarte Produkte das Produkt, für das Sie weitere Lizenzen hinzufügen möchten, und klicken auf Lizenzen hinzufügen. Geben Sie unter Anzahl die Anzahl der Lizenzen ein, die das Unternehmen erworben hat, und klicken Sie auf OK. Über die Schaltfläche Lizenzen entfernen können Sie die Anzahl der Lizenzen reduzieren.

Abbildung 3.8:  Die Lizenzierung. Klicken Sie auf Lizenzen hinzufügen. Um die Pro-Server-Lizenz einmalig in eine Pro-Arbeitsplatz-Lizenz umzuwandeln, wählen Sie die Option Pro Arbeitsplatz.

Um Lizenzen hinzuzufügen, öffnen Sie in der Systemsteuerung die Verwaltung und doppelklicken dort auf Lizenzierung. Wählen Sie auf der Registerkarte Produkte den Server aus, zu dem Sie Lizenzen hinzufügen möchten, und rufen Sie im Menü Lizenz den Befehl Neue Lizenz auf. Es öffnet sich das Dialogfeld Neue Clientzugriffslizenz. Geben Sie unter Anzahl die Anzahl der Clientzugriffslizenzen ein, die Sie hinzufügen möchten, und klicken Sie auf OK.

Über die Lizenzierung können Sie auch andere Produkte und Produktlizenzen verwalten. Öffnen Sie die Lizenzierung über das Verwaltung-Symbol der Systemsteuerung. Auf der Registerkarte Erwerbsdatum sehen Sie das Datum, die Anzahl und den Administrator der erworbenen Lizenzen. Sie können hier Lizenzen hinzufügen oder entfernen. Auf der Registerkarte Produkte sehen Sie alle lizenzierbaren Produkte, die auf dem Server installiert wurden. Standardmäßig sind hier nur die Produkte Windows Server und Microsoft BackOffice aufgeführt. Eine BackOffice-Lizenz ist eine Clientzugriffslizenz für alle BackOffice-Produkte (Windows 2000, SQL Server, Exchange Server, Systems Management Server und SNA Server). Auf der Registerkarte Clients (Pro Arbeitsplatz) werden die Benutzer aufgeführt, die das Produkt im Pro-Arbeitsplatz-Modus verwendet haben. Auf der Registerkarte Server wird der Lizenzierungsmodus für Server innerhalb des Standortes und die Anzahl der Lizenzen im Pro-Server-Modus aufgeführt.

Bei einigen BackOffice-Produkten, wie z.B. der Systems Management Server, ist eine Pro- Arbeitsplatz-Lizenzierung erforderlich. Sie ist nicht mit der Pro-Server-Lizenzierung kompatibel.

Die Pro-Arbeitsplatz-Lizenzierung verhindert nicht den Zugriff auf die Anwendungen. Die Anwendungen können also weiterhin benutzt werden. Es werden jedoch Meldungen in das Ereignisprotokoll von Windows 2000 eingetragen.

3.5 Die unbeaufsichtigte Installation

Microsoft bietet Tools, um den Setup-Prozess zu automatisieren und die Software effizienter auf einer großen Anzahl von Computern installieren zu können. Für diesen Prozess müssen Sie zwei Dateien erstellen: eine Antwortdatei, die Antworten auf alle Fragen enthält, die das Setup-Programm stellt, und eine UDF-Datei (UDF = Uniqueness Database File), die die Antworten in der Antwortdatei mit bestimmten Einstellungen für einen Computer überschreibt, wie z.B. den Computernamen.

Microsoft stellt eine Datei namens Unattend.txt bereit, die eine Grundlage für die unbeaufsichtigte Installation bietet. Die Datei hat das grundlegende Format einer INI-Datei, bei dem die Abschnittsnamen in eckige Klammern gesetzt sind, denen eine Liste mit Wertenamen und Werten folgt. Zeilen, die mit einem Semikolon beginnen, sind Kommentare. Nachfolgend sehen Sie einen Ausschnitt.

[GuiUnattended]
; Setzt die Zeitzone auf mitteleuropäische Zeit.
; Setzt das Administratorkennwort auf NULL.
; Setzt das AutoLogon auf ON und führt die
; Anmeldung einmal durch
TimeZone = "110"
AdminPassword = *
AutoLogon = Yes
AutoLogonCount = 1

Dieser Abschnitt heißt GuiUnattended und die nächsten vier Zeilen sind Kommentare, weil sie mit Semikolons beginnen. Danach folgen vier Eigenschaften. Die erste heißt TimeZone und hat den Wert »110«.

Auf der Website von Microsoft finden Sie im Supportbereich zahlreiche Optionen für die unbeaufsichtigte Installation. Klicken Sie einfach auf der Start-Webseite auf Support.

3.6 Die Wiederherstellungskonsole installieren

Die Wiederherstellungskonsole ist eine Bootoption von Windows 2000, die eine Eingabeaufforderung öffnet, welche Zugriff auf alle NTFS-Freigaben des Systems bietet und einige wichtige Operationen erlaubt, wie beispielsweise das Ersetzen von Dateien und den Wechsel von Bootoptionen. Dies ist sehr hilfreich, wenn der Server beim Booten wegen eines Treiberproblems stoppt oder wenn eine Datei während der Ausführung von Windows 2000 ersetzt werden muss.

Um die Wiederherstellungskonsole zu installieren, beenden Sie zunächst die Windows 2000-Installation. Öffnen Sie dann die Eingabeaufforderung und wechseln Sie in das Verzeichnis, das das Windows 2000-Setup-Programm enthält (z.B. das Verzeichnis \i386 auf der CD-ROM). Geben Sie anschließend den folgenden Befehl ein:

Winnt32 /cmdcons

Es öffnet sich das Dialogfeld Windows 2000 Setup (siehe Abbildung 3.9), über das Sie die Installation der Wiederherstellungskonsole starten können (siehe Abbildung 3.10). Wenn die Installation beendet ist, wird das Dialogfeld angezeigt, das Sie in Abbildung 3.11 sehen. Um die Wiederherstellungskonsole zu starten, wählen Sie beim Start des Computers aus den Startoptionen die Windows 2000-Wiederherstellungskonsole aus.

Um die Wiederherstellungskonsole zu benutzen, starten Sie Windows neu und wählen unter den Startoptionen Microsoft Windows 2000-Wiederherstellungskonsole (siehe Abbildung 3.12). Die Wiederherstellungskonsole wird nun geöffnet.

Abbildung 3.9:  Starten Sie hier die Installation der Wiederherstellungskonsole

Abbildung 3.10:  Zur Installation der Wiederherstellungskonsole benötigt das Setup-Programm ungefähr 7 Mbyte Festplattenspeicher

Abbildung 3.11:  Wurde die Wiederherstellungskonsole erfolgreich installiert, wird dieses Dialogfeld angezeigt.

Es gibt noch eine zweite Möglichkeit, die Wiederherstellungskonsole zu starten. Starten Sie Ihren Computer mit einer Windows 2000-Startdiskette oder mit der Windows 2000-CD-ROM. Drücken Sie im Willkommensbildschirm die Taste (R) (für Reparieren) und dann (C), um die Wiederherstellungskonsole zu starten.

Abbildung 3.12:  Öffnen Sie die Wiederherstellungskonsole über die entsprechende Startoption beim Booten des Systems

Über die Wiederherstellungskonsole lassen sich SCSI- oder RAID-Geräte von Drittherstellern installieren. Drücken Sie dazu beim Start die (F6)-Taste. Sie sehen nun wie beim normalen Bootvorgang eine Punktefolge, die über den Bildschirm läuft, jedoch mit erheblich mehr Punkten. Dann werden Sie gefragt, bei welcher Windows 2000-Installation Sie sich anmelden möchten (siehe Abbildung 3.13).

Abbildung 3.13:  Die Wiederherstellungskonsole fragt, bei welcher Windows 2000-Installation Sie sich anmelden möchten

Die Wiederherstellungskonsole benutzt die meisten Shellbefehle der normalen Befehlsshell. Um eine Liste aller Befehle einzusehen, geben Sie help ein. Um eine Liste mit bestimmten Befehlen zu sehen, geben Sie help <befehl> ein. Der Befehl help fixmbr liefert z.B. Hilfe zum Befehl FIXMBR.

Einige Befehle sind nicht Bestandteil der normalen Befehlsshell und bedürfen einer etwas genaueren Betrachtung.

  • LISTSVC. Erzeugt eine Auflistung aller Dienste und zeigt deren aktuellen Startstatus an, d.h., ob der Dienst aktiviert ist oder nicht. Auf die Namen der Dienste können die Befehle Enable und Disable angewendet werden.
  • Disable und Enable. Deaktivieren oder aktivieren Systemdienste. Der Befehl hat das Format Enable <Dienstname>, [Startart]. Der Parameter <Dienstname> ist der Name des Dienstes, der gestartet oder gestoppt werden soll. Der Parameter [Starttyp] gibt die Startart für den Dienst an.
    Wenn die Startart weggelassen wird, druckt der Befehl Enable oder Disable den aktuellen Starttyp aus. Wenn ein bestimmter Dienst oder Treiber das System am Starten hindert, kann er deaktiviert und das System wieder gestartet werden. Wenn ein kritischer Dienst zufällig deaktiviert ist, kann er hier wieder aktiviert werden. Hier die zulässigen Startarten:
    • SERVICE_DISABLED
    • SERVICE_BOOT_START
    • SERVICE_SYSTEM_START
    • SERVICE_AUTO_START
    • SERVICE_DEMAND_START
    • SERVICE_DISABLED
  • SERVICE_DISABLED erklärt sich selbst. Die Startart SERVICE_BOOT_START dient für Treiber, die Bestandteil des Bootprozesses des Systems sind, wie z.B. Gerätetreiber für bootfähige Geräte. SERVICE_SYSTEM_START startet den Treiber, nachdem das Betriebssystem die Anfangsstadien des Bootprozesses beendet hat. SERVICE_AUTO_START setzt den Dienst auf einen automatischen Start und der Dienst wird zusammen mit den anderen Diensten gestartet. SERVICE_DEMAND_START startet den Dienst, sobald ein Dienst startet, auf den dieser aufbaut.
  • FIXBOOT. Dieser Befehl schreibt einen neuen Startsektor in die Systempartition. Um z.B. den Startsektor des Laufwerks C neu zu erstellen, geben Sie den Befehl FIXBOOT C: ein.
  • FIXMBR. Dieser Befehl repariert den MBR (Master Boot Record) der Startpartition. Er übernimmt einen optionalen Parameter, den Gerätenamen des Geräts, das einen neuen MBR benötigt. Der MBR ist ein Datenbereich auf der Master-Festplatte des Systems, der dem Computer mitteilt, an welcher Stelle er beginnen kann die Programme zu laden, mit denen der Computer gebootet wird. FIXMBR prüft den MBR. Ist dieser beschädigt, werden Sie aufgefordert, ihn zu ersetzen.
  • LOGON. Dieser Befehl wird automatisch beim Start der Wiederherstellungskonsole ausgeführt und findet die installierten Windows 2000-Systeme. Sie können dann eines auswählen, bei dem Sie sich anmelden möchten.
  • MAP. Listet die momentan zugeordneten Laufwerke auf, d.h., er zeigt, welche Laufwerke in der Wiederherstellungskonsole verfügbar sind. Es handelt sich dabei ausschließlich um lokale Laufwerke, wie z.B. IDE-, SCSI-, CD-ROM- und Diskettenlaufwerke, nicht jedoch um Netzwerklaufwerke. Netzwerklaufwerke stehen in der Wiederherstellungskonsole nicht zur Verfügung.
  • EXIT. Beendet die Wiederherstellungskonsole und startet das System neu.

Die Wiederherstellungskonsole hilft dabei, die meisten Probleme zu beheben, die den Start von Windows verhindern. Sie kann nicht nur Dienste aktivieren und deaktivieren, sondern auch Dateien von der Windows 2000-CD-ROM kopieren. Das Einzige, das sie nicht beheben kann, ist eine beschädigte Registrierung. Hier hilft nur die Notfalldiskette.

3.7 Die Datei Boot.ini

Die Datei Boot.ini teilt Windows 2000 mit, welche Betriebssysteme installiert sind, wo sie sich befinden und wie Windows 2000 ohne Benutzereingabe gestartet werden soll. Diese Datei befindet sich im Stammverzeichnis und ist normalerweise mit den Attributen Schreibgeschützt, Versteckt und System versehen. Sie können die Datei also nur sehen, wenn Sie im Windows-Explorer die Ansichtsoption Geschützte Systemdateien ausblenden (empfohlen) deaktiviert und die Option Alle Dateien und Ordner anzeigen aktiviert haben. Die Datei ist in zwei Bereiche aufgeteilt. Der Boot Loader-Abschnitt teilt Windows 2000 die Zeitdauer mit, die das System auf eine Benutzereingabe warten soll, bevor das Standardbetriebssystem gestartet wird. Im Operating Systems-Abschnitt steht, welche Betriebssysteme auf dem lokalen System installiert sind.

Der Operating Systems-Abschnitt enthält eine Zeile für jedes verfügbare Betriebssystem. Für diese Zeilen werden zwei Formate verwendet. Windows 2000 und Windows NT benutzen ein Format wie das folgende:

multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(1)\WINNT="Microsoft Windows 2000 Advanced Server" 
/fastdetect

Dies bedeutet, dass das Betriebssystem auf dem primären IDE-Kanal (multi(0) ist der primäre IDE-Kanal, scsi(0) wäre der erste SCSI-Kanal und multi(1) wäre der sekundäre IDE-Kanal) auf dem ersten Datenträger (disk(0)) auf der ersten primären Partition (rdisk(0)) und auf dem zweiten logischen Datenträger (partition(1)) gespeichert ist. Im Startmenü wird »Microsoft Windows 2000 Advanced Server« stehen und beim Start wird der Schalter /fastdetect verwendet.

Die zweite Art von Einträgen in der Datei Boot.ini wird für alle anderen Betriebssysteme außer Windows NT oder Windows 2000 verwendet. Sie sieht wie folgt aus:

C:\CMDCONS\BOOTSECT.DAT="Microsoft Windows 2000-Wiederherstellungskonsole" /cmdcons

Dies ist der Eintrag für die Windows 2000-Wiederherstellungskonsole, aber Einträge für Windows 98 oder sogar Linux hätten dasselbe Format. Der Teil auf der linken Seite der Gleichung ist der Pfad zur Boot-Sektor-Datei für das Betriebssystem. Bei Windows 9x ist dies normalerweise die Datei BOOTSECT.DOS, bei Linux der Name, den Sie für den Bootsektor vergeben haben. Der Teil auf der rechten Seite des Gleichheitszeichens ist der Text, der im Menü Startoptionen angezeigt wird. Alle Optionen, die diesem Text folgen, werden dem System beim Start übergeben.

3.8 Die Notfalldiskette

Die Notfalldiskette ist eine normale Diskette, die eine Sicherung der Systemeinstellungen enthält und dazu dient, ein Windows 2000-System wiederherzustellen, das Probleme mit der Registrierung hat. Die Notfalldiskette erstellen Sie mit dem Sicherungsprogramm, das Sie über Start/Programme/Zubehör/Systemprogramme/Sicherung öffnen. Klicken Sie im Sicherungsprogramm auf der Registerkarte Willkommen auf die Schaltfläche Notfalldiskette. Legen Sie dann eine leere 1,44-Mbyte-Diskette (3,5«) in das Diskettenlaufwerk ein und folgen Sie den Anweisungen.

Die Notfalldiskette muss jedes Mal neu erstellt werden, wenn sich die Systemeinstellungen ändern. Dies gilt insbesondere, wenn sich das Partitionierungsschema auf dem Server bei der Installation eines Service Packs ändert und bevor und nachdem Hardware zum System hinzugefügt wird.

Die Notfalldiskette setzen Sie ein, indem Sie Windows 2000 von der CD-ROM oder von der Installationsdiskette starten und dann die Option »R« wählen, wenn Sie gefragt werden, ob Sie Windows 2000 reparieren möchten. Windows 2000 fordert Sie auf, die Notfalldiskette einzulegen.

3.9 Migration von bereits bestehendem System

Häufig wird Windows 2000 Server auf einen bestehenden Windows NT-Server installiert. Bei der Planung der Migration von anderen Versionen von Windows NT oder von einer NetWare-Plattform müssen einige Dinge berücksichtigt werden.

Welche Version von Windows 2000 benötigt wird, hängt davon ab, von welchem System aus das Update erfolgt. Die folgende Tabelle erklärt, welche Version von Windows NT auf welche Version von Windows 2000 aktualisiert werden kann:

Windows 2000-Version Update möglich von
Windows 2000 Advanced Server, Update Windows NT 4.0 Enterprise Server Edition
Windows 2000 Advanced Server Vollprodukt Windows NT 3.51 Server, Windows NT 4.0 Server, Windows NT 4.0 Terminal Server, Windows NT 4.0 Enterprise Edition
Windows 2000 Server Update Windows NT 3.51 Server, Windows NT 4.0 Server
Windows 2000 Server Vollprodukt Windows 3.51 Server, Windows 4.0 Server

Windows NT Server kann in einem Netzwerk drei verschiedene Rollen spielen. In jeder Domäne gibt es einen primären Domänencontroller und keinen oder mehrere Sicherungsdomänencontroller. Ein Server kann also auch der einzige Server sein, was besagt, dass er keine Authentifizierung der Netzwerkanmeldungen durchführt, aber vielleicht Teil der Domäne ist. Es gibt auch so genannte Mitgliedsserver, die Bestandteil einer Domäne, aber nicht der Domänencontroller sind.

Windows 2000 unterstützt ein Multiple-Master-Replikationsschema für Active Directory. Dies bedeutet, dass nicht unbedingt ein System, bestehend aus einem primären Domänencontroller und einem Sicherungsdomänencontroller, eingerichtet werden muss - es gibt nur Domänencontroller. Es gibt noch immer »Mitgliedsserver«, die keine Überprüfung von Anmeldungen vornehmen, aber trotzdem Bestandteil der Domäne sind.

Beim Update von Windows NT Server auf Windows 2000 Server sind folgende Optionen möglich:

Rolle in Windows NT-Domäne Rolle in Windows 2000-Domäne
Primärer Domänencontroller Domänencontroller
Sicherungsdomänencontroller Domänencontroller oder Mitgliedsserver
Mitgliedsserver Domänencontroller oder Mitgliedsserver

Bis auf die Fälle, in denen nur ein Domänencontroller existiert, kann ein Domänencontroller in einen Mitgliedsserver umgewandelt werden, ohne dass der Server neu eingerichtet werden muss. Bei einem Mitgliedsserver ist immer ein Update auf einen Domänencontroller möglich.

Die Systempartition auf einem Domänencontroller muss mit NTFS formatiert sein und der Aktualisierungsprozess erzwingt dies. Wenn die Systempartition (auf der der Order \Winnt enthalten ist) bisher keine NTFS-Partition ist, wird sie während der Installation auf NTFS umformatiert.

Weitere Informationen zu Active Directory finden Sie in Kapitel 9.

3.10 Hinweise zur Hardware

Die Einrichtung der Hardware auf Servern ist sehr komplex. Die Konfiguration von PC-Hardware ist schwierig, aber zahlreiche neue Technologien wie PCI, USB und IEEE 1394 (FireWire) erleichtern die Installation und Konfiguration der Geräte. Dieser Abschnitt deckt verschiedene Themen ab, die Ihnen hilfreich sein könnten, wenn Sie es mit Hardwareproblemen zu tun haben.

3.10.1 Interrupts

Jedem Gerät, das mit der CPU interagiert, wird ein IRQ (Interrupt Request Line) zugewiesen. Dabei handelt es sich um eine Leitung zur Übermittlung von Signalen, über die die CPU unterbrochen wird, um ihr mitzuteilen, dass das Gerät berücksichtigt werden muss.

In einem normalen PC gibt es 16 Hardwareinterrupts, die von 0 bis 15 durchnummeriert sind. Früher benötigte jedes Gerät einen eigenen Interrupt. Seit der Einführung des PCI-Busses und von Geräten, die einen Interrupt gemeinsam nutzen können, können mehrere Geräte auf einen Interrupt zugreifen. Dadurch lassen sich die Systeme stärker erweitern. Nachfolgend sehen Sie eine Liste der Standardinterrupts und deren Verwendung:

  • Interrupt 0. Zeitgeber. Dieser Interrupt betreibt Dinge wie die Systemuhr und den Scheduler.
  • Interrupt 1. Tastatur. Jeder Tastendruck ruft einen Tastaturinterrupt hervor.
  • Interrupt 2. Systemboard. Schnittstelle zu grundlegenden Systemgeräten.
  • Interrupt 3. Die seriellen Anschlüsse COM2 und COM4 benutzen normalerweise diesen Interrupt.
  • Interrupt 4. Die seriellen Anschlüsse COM1 und COM3 benutzen normalerweise diesen Interrupt.
  • Interrupt 5. Paralleler Anschluss LPT1 oder nicht zugewiesen.
  • Interrupt 6. Diskettenlaufwerk.
  • Interrupt 7. Verfügbar.
  • Interrupt 8. Echtzeituhr.
  • Interrupt 9. Verfügbar (manchmal gemeinsame Benutzung mit PCI-Bus).
  • Interrupt 10. Verfügbar.
  • Interrupt 11. Verfügbar.
  • Interrupt 12. Verfügbar.
  • Interrupt 13. Nummerischer Coprozessor (der Prozessor für Fließkommaberechnungen).
  • Interrupt 14. Primärer IDE-Controller.
  • Interrupt 15. Sekundärer IDE-Controller.

3.10.2 EIDE-Geräte

EIDE-Geräte (EIDE = Extended Integrated Drive Electronics) sind Geräte wie Festplatten-, Band- und CD-ROM-Laufwerke, die an den EIDE-Bus angeschlossen sind. In einem Computer sind normalerweise zwei EIDE-Kanäle enthalten. Der eine ist der primäre und der andere der sekundäre Kanal. An jeden Kanal können zwei Geräte angeschlossen werden. Ein Gerät wird als Master (Herr) und das andere als Slave (Sklave) bezeichnet. Wenn ein Computer nicht mehr startet, nachdem ein neues Gerät an den EIDE-Bus angeschlossen wurde, sind die Master/Slave-Jumper sehr wahrscheinlich nicht korrekt eingestellt.

3.10.3 Windows-Update

Die Windows-Update-Site (http://windowsupdate.microsoft.com/) bietet die neuesten Hardwaretreiber und Patches und Service-Packs für Windows 2000. Windows-Update ist mit einer Funktion namens Critical Update Notification ausgestattet, die die Windows Update-Site überwacht und Sie darüber informiert, wenn es ein kritisches Update für das System gibt, wie z.B. einen Sicherheitspatch.

3.10.4 Busse und Geräte

Es gibt verschiedene Methoden, um Geräte an einen PC anzuschließen. Am häufigsten wird der PCI-Bus verwendet, der vollständig Plug & Play-fähig ist, Hardware eigenständig entdeckt und Windows 2000 auffordert, die Hardware zu konfigurieren. Es gibt eine neue Version des PCI-Busses. Diese bietet die Möglichkeit, Geräte zu entfernen, während der Server läuft. Studieren Sie sorgfältig die Dokumentation zu Ihrem Server, bevor Sie diese Funktion nutzen.

Der USB (Universal Serial Bus) ist ein 12-Mbps-Bus, der dazu dient, Geräte mit einer geringen Bandbreite an einen Computer anzuschließen, wie z.B. Zeigegeräte, Tastaturen, Modems und entfernbare Speichergeräte (beispielsweise Disketten- und ZIP-Laufwerke). Der USB ist ein Plug & Play-Bus, der die Möglichkeit bietet, Geräte hinzuzufügen und zu entfernen, ohne dass das Gerät abgeschaltet werden muss.

Apple Computer hat einen Standard veröffentlicht, der vom IEEE als »IEEE 1394«-Standard verabschiedet wurde. Dieses System, auch FireWire genannt, ist eine Verbindung mit einer hohen Bandbreite, die auch dazu dienen kann, alle möglichen Arten von Geräten an ein System anzuschließen. Dieses System ist ebenfalls Plug & Play-fähig. Deshalb können Sie Geräte von einem FireWire-Kanal entfernen und hinzufügen, ohne den Rechner herunterfahren zu müssen.

Für Laptops gibt es noch immer die ehrwürdigen PCMCIA-Geräte. Dies sind Slots von der Größe einer Kreditkarte, die normalerweise für Netzwerkkarten und Modems verwendet werden. Die neue PC Card-Implementierung bietet einen höheren Durchsatz für 100-Mbyte-Netzwerke.


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Elektronische Fassung des Titels: Windows 2000 Server Kompendium, ISBN: 3-8272-5611-9 Kapitel: Installation