Exchange 2000

Sicherung und Wiederherstellung

Man kann sowohl einzelne Datenbanken (IS) als auch ganze Speichergruppen sichern.

Das Programm, welches in W2k enthalten ist, ist das NTBackup. Ab W2k-Servicepack 1 ist dieses in einer speziellen Ex2k-Version vorhanden und kann somit Online-Sicherungen durchführen. Wichtig zu wissen ist, dass das Programm in W2k die Datenbanken seitenweise abspeichert. Fremdanbieter-Tools bieten im Gegensatz dazu die Speicherung auf Postfachebene oder die Sicherung übers Netz (Veritas, ArcSoft...).

Die Sicherungsmethoden sind eine Online- und eine Offline-Sicherung, wobei bei Letzterer die Datenbank in dieser Zeit nicht für Clients bereitgestellt wird. Online ist die empfohlenere Methode, da das Verhältnis zwischen den Datenbanken und den Transaktionsprotokolldateien erhalten bleibt. Im Offline-Modus bin ich selbst für die Einspielung wieder verantwortlich; d.h. ich sollte über genaue Kenntnisse über die Verbindung zwischen *.log und *.edb,*.stm Dateien verfügen.

Der Sicherungsvorgang mit dem NTBackup aus W2k sieht folgendermassen aus:

  1. W2k-NTBackup stellt eine Verbindung zu den Ex2k-Sicherungs-API's her

  2. Der Speicher informiert ESE (Extensible Storage Engine)

  3. ESE erstellt eine leere Patchdatei (*.pat)

  4. W2k-NTBackup kopiert edb- und stm-Dateien

  5. W2k-NTBackup erstellt neue Transaktionsprotokolle, die alten werden dabei automatisch gelöscht (passiert nicht bei jeder Sicherungsart)

Die ESE bereitet Sicherungen vor, indem es eine leere Patchdatei anlegt. Dort werden Transaktionen gespeichert, die während der Sicherungen normalerweise in die log-Dateien geschrieben würden. Dann werden die edb- und stm-Dateien kopiert. Die Transaktionsprotokolldateien werden soweit gelöscht, wie es die chk-Datei erlaubt. Sind Postfächer so markiert, dass sie nach einer Sicherung entgültig gelöscht werden, so geschieht das auch.

Als Sicherungsarten kommen wieder die von uns Bekannten in Frage: Vollständig, Kopie, Inkrementell, Differenziell

Typ Kopieren von Datenbanken Kopieren von Protokollen Löschen von Protokollen
Vollständig x x x
Kopie x x  
Inkrementell   x x
Differenziell   x  

Bei Inkrementell brauchen die Datenbanken nicht gesichert zu werden, allerdings müssen nachträglich (nach Wiederherstellung) die log-Dateien auf die Datenbanken angewendet werden. Dasselbe gilt auch bei einer differentiellen Sicherung.

Bei einer Umlaufprotokollierung sieht das etwas anders aus, denn es ist nur eine vollständige Sicherung und eine Kopie möglich. Der Grund ist, dass ja die log-Dateien nach 20MB (4x5MB) überschrieben werden. Da bei einer inkrementellen Sicherung alle Änderungen seit der letzten inkrementellen Sicherung gesichert werden müssen, ist nicht sichergestellt, dass diese weniger als 20 MB betragen. Dasselbe gilt auch für eine differentielle Sicherung.

Generell sollte man Sicherungen überprüfen. Dazu zählt:

Bei der Wiederherstellung müssen die logischen Namen die Gleichen wie bei der Sicherung sein.

Wir schauen uns mal ein paar Beispiele an:

Bsp.a) Auf einem Server ist ADS und Ex2k eingerichtet, allerdings laufen alle FSMO's auf diesem Rechner. Wir haben die Systemstatusdaten, die Ex2k-Datenbanken und das Dateisystem gesichert. Den Server können wir mit einer W2k-Installation wieder einrichten. Nach einer Ex2k-Installation können wir dessen Datenbanken mit den Systemstatusdaten zurückspielen, genauso wie den DC.

Bsp.b) Wir haben zwei AD-DC's. Einer hat alle FSMO's und einer hat zusätzlich Ex2k. Da nach Ausfall des Ex2k-Servers die Daten in AD noch enthalten sind, kann man, nachdem man den Server nach der W2k-Installation, Ausführen von DCPromo und Zurückspielen der Systemstatusdaten den Ex2k-Server mit dem Schalter /desasterrecovery installieren. Danach stellen wir die Exchangedatenbanken wieder her.

Die Wiederherstellung einer Ex2k-Datenbank erfolgt so:

Die Bereitstellung der der Datenbank muss aufgehoben werden (Ex2k-Einstellungen) und der MS-IS-Dienst (store.exe) muss laufen. Man sollte zur Sicherheit die Original-edb und-stm verschieben oder umbenennen, damit man sie beim Zurückspielen nicht verliert. Die Protokoll- und Patchdateien werden kopiert und vorbereitet. Das heisst, es resultiert eine restore.env beim Zurückspielen. NTBackup erstellt eine temporäre Speichergruppe und wendet die Trans.-protokolle auf die Datenbanken an. Bei einer Normalprotokollierung können die Daten bis zum Ausfall wiederhergestellt werden, bei einer Umlaufprotokollierung bis zur letzten Sicherung.

Beim Wiederherstellen sollte man unbedingt den Haken bei 'letzter Sicherungssatz' setzen, damit die Protokolldateien eingearbeitet werden. Bei Exchange 5.5 galt der Aufruf ISInteg -patch, welcher bei Ex2k nicht mehr notwendig ist.

Standardmässig werden gelöschte Postfächer 30 Tage aufbewahrt. Klickt man aber mit der rechten Maustaste darauf, kann man den Cleanup-Agent aufrufen, welcher Postfächer ohne Benutzerzuordnung findet. Zusätzlich kann man Postfächer bis zur nächsten Sicherung aufbewahren lassen, wenn man den dazugehörigen Benutzer einträgt. Will ich nur ein Postfach wiederherstellen, muss ich eine geeignete Systemumgebung mit einer eigenen Gesamtstruktur erstellen. Diese müssen dieselben logischen Namen enthalten wie das reale Pendant. Der Benutzer wird mit dem Postfach verbunden und kopiert seine Mails in pst-Dateien, welche sich dann wieder einlesen lassen.