21.11.2001

Netzwerke (Grundlagen)

In der 3. Schicht, der Vermittlungsschicht, arbeitet das Protokoll IP. Dort findet auch die logische Adressierung über die IP-Adresse statt. In dieser Schicht efolgt auch das Routing und die Flusssteuerung. Abhängig von dem Protokoll ist hier auch die Fehlerbehandlung und die Paketabfolgesteuerung implementiert.

In der 4. Schicht wird der Transport geregelt. Häufig kommuniziert man dort über dir Protokolle TCP (verbindungsorientiert) und UDP (verbindungslos). Bei einem verbindungsorientierten Transport wird eine Bestätigung geschickt. Werden zu grosse Datenpakete fragmentiert, sorgt diese Schicht dafür, dass sie wieder zusammengesetzt werden. Hier sind die Dienste wie FTP oder HTTP mit ihren dazugehörigen Ports implementiert. Ebenfalls findet hier abhängig vom Protokoll eine Flusssteuerung und Fehlerkontrolle statt.

In der 5. Schicht wird die Sitzungsverwaltung gesteuert, d.h. der Verbindungsauf- und -abbau sowie der Wiederaufbau einer Verbindung. Weiterhin integriert ist die Dialogsteuerung: simplex (wie bei Radioempfang in eine Richtung), halbduplex (wie bei Funk einer kann reden) und vollduplex (wie beim Telefon). Zusätzlich läuft die Namensauflösung von NetBIOS und DNS darüber.

In der 6. Schicht, der Darstellungsschicht, sind unter anderem die ASCII-Zeichen implementiert. Die Komprimierung der Daten und die Verschlüsselung wird ebenfalls dort verankert.

Die 7. Schicht ist die Schnittstelle zwischen Benutzeranwendung und Netzwerk. In der Schicht wird erkannt, ob die Aufrufe lokal oder ins Netzwerk geleitet werden sollen. Das regelt dann der Redirector.

Der Sinn der Schichten ist eigentlich der, dass man die Protokolle austauschen kann. Die Schnittstellen zwischen den Protokollen sind offengelegt (Open Systems Interconnect), so dass einem Protokoll in einer Schicht nur das Protokoll in der Nachbarschicht bekannt sein muss. Mittlerweile ist jedoch das TCP/IP-Protokoll so weit verbreitet, dass man die oberen vier Schichten zu einer grossen zusammenfasst.

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Die an dieser Stelle aufgeführten Geräte wie HUB, Bridge, Router usw. findet ihr alle in den Netzwerkgrundlagen auf meiner Site wieder, deswegen führe ich sie nicht mehr auf. Als einziges will ich noch den Brouter erwähnen. Das Gerät ist ein Router mit Bridging-Funktionen. Um einen Router zu verwenden, ist natürlich ein routingfähiges Protokoll Vorraussetzung. NetBEUI zum Beispiel ist aber nicht routingfähig, und so setzt der Brouter hier seine Bridging-Möglichkeiten ein.

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Protokollstapel von Novell:

Wenn man Novell-Rechner im Netzwerk einbindet, kann man heutzutage fast alles mit dem Protokoll TCP/IP erledigen. Als Novell aber noch eine marktbeherrschendere Stellung als jetzt hatte, gab es auch noch andere Protokolle, die in Novell-Netzen immer noch weit verbreitet sind und der Vollständigkeit halber kennen sollte: Das IPX- Protokoll (Interrupt Packet Exchange) ist ein verbindungsloses Protokoll, im Gegensatz zu SPX (Sequented Packet Exchange). Das NCP (Netware Core Protokoll) wird heutzutage relativ selten eingesetzt, besser bekannt ist da schon das RIP (Routing Information Protokoll), welches wie im TCP/IP-Stack die Routinginformationen überträgt, aber völlig anders aufgebaut ist als sein Bruder. Das SAP (Service Advertising Protokoll) sei hier der Vollständigkeit halber auch noch erwähnt. Die IPX/SPX-Kombination ist eine Entwicklung von Novell, die bis vor kurzem auch noch viel Verwendung in Netzwerkspielen fand. NWLink ist die Microsoft-Variante dazu.

Schaut man sich mit dem Netzwerkmonitor mal eine NWLink-Übertragung genauer an, trifft man ziemlich schnell auf eine Kennung folgender Art: OBCDEEEB:000000000001:4003. In diesem Paket ist u.a. die interne Netzwerknummer enthalten, die die NIC im LAN eindeutig identifizieren soll, wie die IP-Adresse in einem IP-LAN. Enthält der Rechner nur eine NIC, beträgt deren interne Nummer immer 000000000001. Mehrere unteschiedliche Netzwerknummern sind nur erforderlich, falls eine NIC mit mehreren Rahmentypen ausgestattet werden soll oder die Verwendung des SAP-Agents geplant ist. Die Rahmentypen sind die Übertragungsspezifikationen der Daten. Als früher der Standard IEEE 802.3 geplant war, führte Novell diese Spezifikation schon vorher ein und versuchte damit, einen Standard zu setzen. Die IEEE 802.3 ist aber noch vor deren Veröffentlichung geändert worden, sodass Novell sich gezwungen sah, den Rahmentyp ebenfalls zu ändern. Da die 802.3-Spezifikation schon verabschiedet war, nannte Novell seine Änderung des Rahmentyps 802.2. So kommt es vor, dass die Rahmentypen trotz identischer Nummer nichts mit ihren IEEE-Vettern gemein haben. Hat man ein älteres LAN (bis NW 3.11), sollte man auch dementsprechend die Rahmentypen auf 802.3 (evtl 802.3raw) setzen, ab NW 3.12 kann man dementsprechend 802.2 nutzen.

Doch weiter zum SAP-Agent: Dieser sammelt Daten und kündigt die Dienste im LAN an, um diese IPX/SPX-Clients zur Verfügung zu stellen. Das allerdings ist nur nötig, wenn kein Novell-Server anwesend ist, man aber trotzdem eine IPX/SPX-Anwendung laufen hat.

W2k verwendet normalerweise eine automatische Rahmentyperkennung, die normalerweise auch gut ist, aber völlig versagt, wenn man mehrere Rahmentypen benutzen will. Diese müssen dementsprechend in der Netzwerkkonfiguration oder in der Registry eingestellt werden. Persönlich würde ich natürlich die Netzwerkkonfiguration vorziehen...

In Novell-Netzen ist natürlich auch eine Art Verzeichnisdienst enthalten. Bis NW 3.12 benutzte man den serverspezifischen Bindery-Dienst, ab 4.1 kam weitestgehend der NDS (Novell Directory Service) zum Einsatz.

Um eine Anbindung von Microsoft-Produkten an Novell-Netze zu schaffen, gibt es die Gateway and Client Services für NW. Die Gateway Services sind W2k-Servern vorbehalten, während die Client Services auch unter W2k-Professional verfügbar sind. Letztere machen einen W2k-Client für einen NW-Server gefügig. Will man aber aus einem Windows-LAN auf einen NW-Server Freigaben nutzen, ist es sinnvoller, ein W2k-Gateway aufzustellen. So muss man nicht an jedem Client an der Konfiguration schrauben. Die Vorgehensweise ist schon in einer meiner anderen Sites des MCSE-Kurses aufgeführt.